driven by purpose
Tod kam vorbeigeschlendert, ganz entspannt. Er hob die Hand zum Gruß und rief über den Zaun: wollte nur mal vorbeischauen, ob alles in Ordnung ist? Ich schaute ihn irritiert an und dachte: was will der denn hier?
I came to set your priorities straight antwortete er, als hätte er meine Gedanken gelesen Und warum sprichst Du englisch mit mir? gab ich zurück, weil's cooler ist? Er nahm seine Fluppe aus dem Mundwinkel und nuschelte klingt nicht so geschwollen, ausserdem kürzer. Ich habs schon hinter mir. No more need to fuzz around.
Darüber musste ich nachdenken. Wie schreibt man fuzz ..oder fuss? Genau das ist Dein Problem, daß Du immer alles richtig machen willst. Das hier ist keine verdammte Generalprobe, es ist dein Leben. Ich fand Tod ganz schön aufgeblasen. Diese Antworten auf Fragen, die ich ihm nicht gestellt hatte.

Was kann ich für Dich tun? drehte ich den Spieß rum.
Nichts. Ich misch mich da nicht ein. Mach was draus, carpe diem.
Hey rief ich jetzt über den Zaun, solche Weisheiten stehen auf jedem Yogi-Teebeutel. Wir sind hier schon überall von Sinn umzingelt, driven by purpose, you know? Macht ihr denn auf der anderen Seite noch was anderes? Außer darüber nachzudenken, was Ihr richtig oder falsch gemacht habt?
Erwischt. Existential philosophy ist noch das Aufregendste hier, seufzte er. Genau deswegen. Laß dir nichts vormachen. Keiner weiß wirklich Bescheid. Alles Leben ist problemlösen und ankämpfen gegen den Schmutz. Karl Popper. Wobei die zweite Satzhälfte mit Sicherheit von seiner Putzfrau stammt. Darf man das noch sagen, Putzfrau? Ich schätze mal, er konnte seine Bücher schreiben, weil er eine hatte.
Und dafür bist Du vorbeigekommen? Von einem Gespräch mit Tod hatte ich mir mehr erwartet.
Das musst du schon selbst herausfinden. Erwarte nicht zu viel, dann hast Du mehr zu staunen versetzte er im Weggehen. Wir sehen uns.