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Schwerkraft

für Heide

hell und kühl, blaugrün,
ein Frühlingstag
wie zu früh ergraute Waisenkinder
sammeln wir uns um dein Grab

vom Gottesacker geht ein weiter Blick ins Tal
der Himmel steht dir offen.

Nach dem Segen langsam anschwellendes Gemurmel
als wir vorgerückt sind, streue ich eine Handvoll Erde
und Blüten sachte über das kleine Loch für die Urne
möge die Erde Dir leicht sein
ob dort wo Du jetzt bist
die Schwerkraft gilt?

mir scheint, du bist ganz froh auf der anderen Seite
du würdest sagen, das Gschiss das man hier um Dich macht,
ist dir nicht recht.

im Gasthaus danach wird schon wieder gelacht,
sogar gesungen, beim Essen langen wir zu
ein bisschen Schwerkraft muss sein
um die Balance zu halten.

wenn der Wind seinen Sinn sucht
ist das Rauschen der Sinn*

hinter dem Horizont sind alle weitergegangen
mit jedem Toten mehr verstehe ich weniger
nur daß es ums Leben geht

was ein Geheimnis bleibt
ein immer größeres Staunen wird
unser Kommen und Gehen.

(*David Rokeah)

Friedhof