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November Nebelnotizen

Kurz vor der Morgendämmerung
überzieht sich das Blauschwarz des Himmels
mit einem rötlichen Schimmer.

Dann schiebt der Mann im Mond den
Dimmer an der Himmelslampe langsam
nach oben mit einem Mal ist es Tag
grau in hellgrau.

Die Krähen haben sich wie immer früh
zu einem ratsch krah tratsch
und einer kleinen Flugrunde verabredet
bald sitzen sie wieder ordentlich aufgereiht
auf dem Dach gegenüber
schweigen und sinnieren.

Opak hängt der Hochnebel
an diesem Sonntag morgen
zwischen den Bäumen im Hinterhof.

Heute ist er etwa 40 DEN dicht milchig,
aber nicht undurchdringlich
Nebeldichte in Webgrad
(Feinstrumpfhosen) beschrieben.

Zögerlich und leicht verhuscht
kommt jetzt die Sonne raus.
Tief stehend und fahl
wirft sie doch ein Licht.

Reist die Erde um die Sonne
oder war es andersrum?
Egal. Sonnensüchtig gehe ich
um einen Strahl zu erhaschen
bevor sie es sich anders überlegt.

Das Blau, das ich so sehr vermisse
spannt an hellen Tagen den Himmel wie eine Kuppel auf.

Neapolitanisches Januar Azurblau
venezianisches Lichtblau
niederbayrisch- verwischtes Novemberblaugrau
Himmelskuppeln sind unendlich viel schöner
als jeder Pantheon.

nebelnotizen