Hofnärrin
jetzt dichtet es wieder so aus mir heraus
zuviel Brasch gelesen, der Brasch Sound jazzt.
Dichten als Hofnärrin oder als Dissident?
systemabhängig natürlich.
unzulänglich intrinsisch herumpoetisieren
ist es schon systemsprengend, nur unnütz zu sein?
hier und jetzt im symbolischen Kapitalismus
dient alles unserem Distinktionsgewinn im Rattenrennen
wir großartigen Hersteller, Darsteller und Kuratorinnen
unseres Innenlebens, derartig brainwashed
daß wir uns nicht einmal unterdrückt fühlen
wie bewusst und sensibel
wie angeblich gewaltfrei wir kommunizieren,
auch das sind des Kaisers neue Kleider.
Der nach wie vor nackt da draußen rumläuft und das bei der Kälte.
Gut, daß der Schneesturm vorbeigezogen ist
und die Berliner wieder Strom haben.
Das Gleichheitsdilemma bleibt weiter ungelöst,
da hat Dichtung nun wirklich nichts beizutragen.
Vielleicht wollen Sie Mäzen werden?
Man weiß nie, wofürs gut ist, so ein Gedicht.
Hin und wieder fällt sogar content ab.
Und man sieht nur die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht.
