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Alm Notizen

Berge in Zuckerwatte, aufsteigender Nebel,
würzige Luft, Sprühregen im Gesicht

einlullendes Plaudern der Hühner
ein unzeitig krähender Hahn
das gründliche Grasen der Glicka

murmelnder Brunnen aus dem rauschenden Bach gespeist
stramm stehende Tannen die krummen Fichten tadelnd

Obmänner und Bezirksoberjager
a Schnapsl geht imma
gibst mir a Bier
a Brettljause bitte
des Holler mit Soda?
gibt’s schon an faulen Käs?
den Kuchen mit Schlag?

(wieviele t hat Frittat(t?)ensuppe?)

Auf gehts, gemma!
das Leck lockt die Kuh, nicht das Melken
Das Schnarren der Melkmaschine setzt Tagesanfang und -ende
rhythmisch das pfft–pfft-pfft des Kompressors
synkopisch die Glocke der Marli
konzentriertes Schnaufen am Trog
peitschende Kuhschwänze
das lästige Fliegengeschwader davon unbeeindruckt

stetiges Summen und Brummen
Bienen, Hornissen, Libellen, Schmetterlinge, Falter, Schmeissfliegen, Kuhfliegen
Kuhmist, wohin Du schaust

Die Hirtenhündin, die jeden Motor anbellt
zwischen den Kuhbeinen umher fetzt
Die Kuh, die den Rucksack des erbleichenden Radlers abschleckt

scheppernde Milchkannen, knallende Henkel
gedämpftes Kratzen der Käseharfe am Boden des Bottichs
emsig surrend die Zentrifuge
träge rinnender Rahm
geschwind plätschernde Molke
Beim Buttern das Wort unterbuttern ganz neu verstanden
(auch, warum es crème de la crème heisst)
gute Bakterien, böse Keime
ansäuern, ansetzen, einlaben,
spülen spülen spülen!

helles Meckern der Zicklein, munteres Gebimmel des Ziegenclans,
behändes auf und ab über Stock und Stein, Wurzel und Weide
eine Geiß wär ich gern!

Donnergrollen, Wetterleuchten
Johannifeuer am Grat
Güsse und Gewitter, prächtige Regenbogen
Sonne, die sich aus dem Frühnebel schält
Sonne, die abends auf den Bergspitzen leuchtet

Bergblau eine Seelenfarbe
Fernblaugrau die italienischen Nachbarn
Im schwindenden Abendlicht verwischen die Konturen
zur Ruhe

Berge, scheinbar ewig
die uns anschauen
immer anschauen

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