Dominika Hirschler MEZZOsopran/Alt
Dominika HirschlerMEZZOsopran/Alt

Ein Lied erfinden/heißt geboren werden und tapfer singen/ von Geburt zu Geburt.                                                               Rose Ausländer

laß uns tiefer graben/gold und klingendes erz finden/mit geschwärzten gesichtern die sonne suchen/auf granit beißen/ unsere wunden mit schlamm bedecken/in der tiefe bricht eine quelle auf/deren strahl uns ins helle schleudert.

an meinen augen/erkennst du mich

in meinen augen/erkennst du dich

an meiner stimme/ an meinem gesang/

an meinem lied/ an meinem wort/

an meinem leib/an meiner liebe/

erkennst du mich

in meiner sehnsucht/

erkennst du dich

weich sein. hart werden. zermürbt werden.

ganz staub.  nur noch staub. zu müde zu hadern zu zweifeln.

für alles zu müde.  sogar für sehnsucht.

 

immer noch da. immer mehr asche. immer noch staub.

für alles zu müde. sogar für sehnsucht.

asche zu asche. staub zu staub.

 

weich werden. fallen und landen. lassen.

immer noch müde. immer mehr lassen.

für immer zu müde für sehnsucht.

feuer in asche. ein meer von staub.

 

hunger nach hunger. hunger nach händen.

hunger nach hunger. hunger nach atem in meinem atem.

nach aufatmen. tief atmen. nicht mehr atmen.

 

schreien. weinen. leer werden. aufsaugen. nachgeben.

aufsaugen. hingeben. hinhalten. aufgeben.

tief atmen. nicht mehr atmen.

 

hunger nach haut. hunger nach händen.

hunger nach hunger.

 

immer noch asche. immer noch staub.

immer noch feuer immer noch leben.

hunger nach leben. hunger nach asche.

hunger nach staub.

ein raum der sich füllen will/eine einsamkeit, die sich fühlen will/ eine leere, die um sich kreist/ ein herz, das nach seinem echo verlangt.

meine seele singt/vom verlangen nach dir/ von dir/

und immer wieder/ nur von dir.

zart bin ich/ lieben will ich.

strömen dürfen/ überströmen/ hinüberströmen zu dir/

dich wiegen mich wiegen in dir.

in deinen augen versinke ich/ in deinen armen

tauche ich wieder auf.

nimmst mich/ hälst mich/ bewohnst mich/ besitzt mich/

erfüllst mich./ berste und vergehe.

in deinen händen finde ich mich wieder.

nehme dich/ halte dich/ berge dich/ erfülle/ überschwemme/ verschlinge und versenge dich.

du erwachst.

meiner seele lied bist du.

 

meine seele ist betrübt/ bis an den tod/

bis an ihren rand.

ein tropfen noch/ und der heiße stein wird kalt.

sehne mich nach mehr/ nach unbegrenzt sein.

mein feuer meine flamme meine glut bist du

mein meer mein vulkan mein orkan bist du

meine erde mein atem meine freiheit bist du.

einfach/ von des messers scheide heruntersteigen/

und die klinge klinge sein lassen.

der schmerz eine alte hülle nur / aus der ich aussteige/

wie aus einem abgetragenen kleid.

mein gewand ist freude / aus seinen öffnungen

entweicht die angst.

Blut und Schuld an unseren Händen immer wieder Schmerz den ich dir mache zu meinem Schmerz zu meiner Schuld Blut an meinen Händen und meine Tränen die du nicht siehst die ich nicht fühle trocken hängen sie in der Luft an meinen ausdruckslosen Augen die Leere voller Blut voller Schuld FIAT LUX ein Gebet nur das in Blut und Schuld untergeht und ich ganz cool krieche in das Bild bis ich darin versinke.

 

ich habe mich reinlegen lassen sie haben mich reingelegt mich ausgeschaut hingeschaut weggeschaut mich ausgeraubt und ich wie ein Kind- wenn ich die Augen schliesse sehen sie mich nicht - und wieder die Schuld immer wieder Schmerzen seine und meine und kein Ende wie es scheint nur die Zeit ist endlich und geht vorbei am Schmerz und am Blut und an der Schuld und an der Gemeinheit meiner Gemeinheit meiner Unentschlossenheit meiner Feigheit gemeinsam mit Gemeinheit.

 

wieder im Abgrund wieder die Schwärze die mich wie ein Mantel umhüllt ja ich bin zurückgekehrt der Boden ist weg und das Licht auch schwebe in der Schwebe meiner Trauer der Tiefe der Verachtung ich für mich das letzte Wesen das ich sein will ich werde bestraft Strafe ist immer gerecht weil die Schuld immer da ist und immer ganz klar meine Schuld den Tigern zum Frass

frisst an Dir Du suchst keinen Schutz mehr und auch keinen Trost es ist egal es ist egal

alles ist so oder anders egal.

Kontakt

contact@dominikahirschler.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Dominika Hirschler Mezzosopran

Anrufen

E-Mail